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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Preußen spielt die Hauptrolle beim Auktionshaus Lempertz. Mit Dingen rund um Brandenburg, die Hohenzollern und die deutsche Kapitale will der Kölner Versteigerer in Berlin punkten

Der gar nicht so Große Alte Fritz



Deckelvase mit König Friedrich II., KPM, um 1779/85

Deckelvase mit König Friedrich II., KPM, um 1779/85

Kaum ein anderes Objekt umreißt die kommende Lempertz-Auktion so treffend wie eine klassizistische Deckelvase mit dem Bildnis Friedrichs II. Hergestellt bei KPM um 1779/85, prangt frontal das typische Profil des etwas kauzigen Alten Fritz en grisaille mit krümmen Rücken in einem goldenen Lorbeerkranz auf der Vorderseite. Die Rückseite ergänzt die Huldigung durch sein blättergeschmücktes Ligaturmonogramm FR unter der Königskrone auf hellgrau getupftem Fond. Oben auf hat sich ein Adler als Sinnbild Jupiters niedergelassen und unterstreicht die Glorie Preußen. Lange Zeit stand die Vase bei den Welfen und wurde im Oktober 2005 in der legendären Auktion auf Schloss Marienburg versteigert. Nun steht ein erneuter Besitzerwechsel an. Eine rheinische Privatsammlung trennt sich von dem Prachtexemplar und will dafür in der „Preußen Auktion“ 8.000 bis 12.000 Euro sehen.


Brandenburg und Preußen im Allgemeinen, gerne auch mal Berlin und recht viel zu den Kurfürsten und Königen aus dem Geschlecht der Hohenzollern listet der Katalog von Lempertz. Zu den weiteren Highlights aus dem friderizianischen Rokoko zählt eine ovale Terrine mit Unterschale aus dem 2. Potsdamschen Service, das Friedrich II. 1767 für die Tafeln im Neuen Palais bei KPM bestellte. Hier stehen 8.000 bis 10.000 Euro auf dem Preisschild. Neben zahlreichen weiteren Serviceteilen, etwa einem Speiseteller aus dem „Schwerin-Service“ der Meißner Manufaktur von 1763 (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR), gibt es aus dieser Epoche auch die beliebten Galanteriewaren: Eine Tabatiere mit Figuren auf Landschaftsinseln um 1761/63 ist der Porzellanmanufaktur von Johann Ernst Gotzkowsky zugeschrieben (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), eine Schnupftabakdose aus Email verzierte Alexander Fromery mit übereinanderliegenden Briefen, Karten und öffentlichen Kundgebungen en trompe l’œil (Taxe 600 bis 800 EUR).

Im chronologisch geordneten Katalog geht es mit einem nordböhmischen Glasbecher aus der Mitte des 17. Jahrhunderts los, der im Tiefschnitt den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm zu Pferd mit der Aufschrift „Vivat C. Brandenburg“ zeigt (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Als Johann Friedrich Wagenknecht um 1730 in Landsberg an der Warthe seinen Silberbecher mit Bandelwerk, Lambrequins und 15 preußischen und polnischen Münzen zeittypisch gestaltete, herrschte schon der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Mit einem seltenen Wachtelpaar von KPM um 1765/66 kommt dann wieder sein Sohn Friedrich II. zum Zug, der 1763 die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin gründete (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Damals gehörte Joachim Martin Falbe zu den bedeutendsten Portraitmalern von Berlin. Von ihm stammten die 1766 beseelt ausgearbeiteten Pendants eines höfischen Paars in Rokokokleidung vor der Natur (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Staatstragend sind dann vierzehn Gemälde mit Darstellungen aus der Geschichte Brandenburgs, die Prinz August Wilhelm von Preußen, der älteste Bruder Friedrichs des Großen, um 1757 bei dem Berliner Maler Christian Bernhard Rode in Auftrag gab. Aus diesem Historienzyklus kann Lempertz drei Werke offerieren, die bis vor kurzem als Leihgabe im Märkischen Museum in Berlin hingen: „Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg liefert den gefangenen Gegenkönig Friedrich den Schönen dem späteren Kaiser Ludwig dem Bayer aus“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), „Joachim I. wird Kurfürst von Brandenburg“ (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und „Die Salbung König Friedrichs I. in Preußen am 18. Januar 1701 in der Schlosskirche zu Königsberg“ (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Nachfolger seines Onkels Friedrichs des Großen, eröffnet seine Abteilung selbst. Wie ihn wohl Georg Andreas Hoffmann sah, steht der Förderer der Künste ganzfigurig und in Unteransicht in einer nicht näher bestimmten Landschaft und schaut ernst zum Betrachter (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Zum stilvollen Speisen tischen Jean Godet ein Paar silberne Louis XVI-Menagen mit blauen Glaseinsätzen um 1790 für 4.000 bis 6.000 Euro und KPM eine gleichaltrige ovale Deckelterrine samt Untersatz wohl aus einem Tafelservice für die Grafen Galen mit grün-goldenem Fondband und antikischer Rosette für 1.500 bis 2.000 Euro auf. Eine Abteilung mit preußischem Eisenkunstguss schließt sich an; dazu gehören ein Paar Tafelleuchter mit Bacchus-Hermen aus der Sayner Hütte nach 1815 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) oder ein Collier mit antikischen Motiven, das der Berliner Privatgießerei Johann Conrad Geiß um 1830/40 zugeschrieben wird (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

In den späten Klassizismus geht es dann mit Friedrich Wilhelm III. Aus seiner über vierzigjährigen Regierungszeit stammen wiederum viele Porzellane von KPM, etwa das Vasenpaar mit umlaufenden Amoretten und Lapislazulibemalung um 1800 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), die Deckelterrine aus dem Tafelservice mit den Passionsblumen nach 1823 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder die mit Blumen und Früchten dekorierte Vase „Münchner Form“ Nr. 1 von 1826/32 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Die Berliner Manufaktur Werner & Mieth soll um 1800 ein Paar klassizistische Vasen aus weißem Flussglas effektvoll mit vergoldeten Tatzenfüßen und Henkeln in Form von vier umeinander gewundenen Schlangen dekoriert haben (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die Holzbronzefabrik von Carl August Mencke griff dann um 1829/35 auf einen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel zurück, um ihre beiden Wandappliken mit je fünf Leuchterarmen auszustatten. Dazu gesellt sich ein stilistisch ähnliches Girandolenpaar aus Silber von George Heinrich Steffen mit einem figürlichen Schaft in Form eines Fauns. Das Leuchterpaar der Berliner Hofjuweliere Humbert & Sohn folgt um 1820 mit barbusigen, geflügelten Sphingen dagegen den Vorstellungen des Empire (Taxe je 8.000 bis 10.000 EUR).

Franz Xaver Winterhalter tritt diesmal zeichnerisch in Erscheinung, wenn er 1854 den späteren Kaiser Wilhelm I. und Kronprinz Friedrich mit Kreide festhielt und grau lavierte (Taxe je 3.000 bis 3.500 EUR). Die Kaiserzeit trumpft mit historistischer Üppigkeit noch einmal groß auf, etwa mit einem silbernen Rechaud samt Cloche für Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und Prinzessin Victoria in Rokokoformen von Sy & Wagner um 1864/73 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder mit der Victoria-Vase von Julius Wilhelm Mantel und Louis Mantel um 1860, die erst 1920 mit zwei überbordenden Blumenbouquets in der Weichmalerei von Paul Miethe staffiert wurde (Taxe 7.500 bis 8.000 EUR). Fast schon als Karikatur kann man Adolph von Menzels Federzeichnung mit dem Dorfrichter Adam als Illustrationsvorlage zur Jubiläumsausgabe für Heinrich von Kleists Lustspiels „Der zerbrochene Krug“ begreifen (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Die neuen gestalterischen Ansätze des Jugendstils demonstrieren die KPM-Vase mit Löwenzahn von Gottlieb Elster und der von Hermann Thiele entwickelten Verlaufsglasur in Rot, Blau und Beige von 1914 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder die frei schwingende Keksdose nach einem Entwurf von Emil Rutte mit dem bunten Dekor an Nachtfaltern, reliefierten Hortensienblüten und Ahornfrüchten nach Adolf Flad von 1903 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die Natur wird auch beim Maler Franz Skarbina groß geschrieben; steht sein blondes Mädchen doch in einem dichten Beet von Sonnenblumen (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Einen eigenen Katalog hat Lempertz für die 35 Positionen der Versteigerung „Berlin Salon“ aufgelegt. Darin geht es vor allem um Möbel der Moderne aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Höhepunkt ist der „Steltman Stoel“ von Gerrit Rietveld, den der Niederländer 1963 als elementar reduzierten Entwurf für den Den Haager Juwelier Steltman realisierte. Das kantige, rechtwinklige und weiß gefasste Konstrukt führte Rietvelds enger Mitarbeiter Gerard van de Groenekan vor 1971 und damit vor dem Verkauf der Produktionsrechte an die Firma Cassina aus (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Die Eleganz des Art Déco spricht aus vier französischen Polsterstühlen der 1930er Jahre. Sie beziehen sich auf ein Modell, das Jacques-Émile Ruhlmann 1924 ursprünglich für das Pariser Restaurant Drouant und danach auch für den Ozeandampfer Île de France ausgearbeitet hat und anschließend von zahlreichen französischen Entwerfern modifiziert wurde (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Franz von Stucks um 1898 entworfener Scherenstuhl changiert zwischen antiken Vorbildern und aktuellem Jugendstil (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), während Max Littmann um 1902 für seinen hohen Armlehnstuhl aus Nussbaum noch auf die Renaissance zurückgriff (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Neben diesen Sitzgelegenheiten ist auch Joseph Maria Olbrichs bekannter Notenschrank für ein Musikzimmer zu haben, der in seiner auf dem Quadrat fußenden Gestalt eine zurückhaltende Noblesse verspricht (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Mit einer privaten Sammlung an Keramiken Otto Lindigs stehen dann die vom Bauhaus geprägten funktionalen Formen im Vordergrund, die auch die vierzehn Teile eines Tee- und Kaffeeservice mit weißer Verlaufsglasur auf der roten Irdenware (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder seine hohe ovale Vase in Karamell prägen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Zum stilvollen Reisen gibt es dann noch eine Kollektion an Koffern der Pariser Manufakturen Louis Vuitton und Edmond Goyard aus den 1920er und 1930er Jahren für bis zu 7.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 22. April um 11 Uhr mit dem Preußen-Katalog; um 15 Uhr folgt der „Berlin Salon“. Die Besichtigung ist bis zum 20. April täglich von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Poststraße 21-22

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 278 760 80

Telefax:+49 (030) 278 760 86

E-Mail: info@lempertz.com

Startseite: www.lempertz.com



18.04.2023

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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